Auch der Schleicher genannt. Denn bevor er fotografiert, schleicht er oft mit der Kamera um seine Modelle herum, nimmt durch sein Objektiv Witterung auf und folgt instinktiv der fotografischen Lichtspur.
Hier seine Antworten auf häufig gestellte Fragen.
1.
Hast du ein Lieblingsbild?
Nein, jedenfalls nicht auf Dauer. Bei jedem größeren Shooting habe ich eins, das ich als persönlichen Favoriten küre, mich manchmal für eine Weile ins Bild verliebe, weil der Augenblick, in dem ich es aufnahm, so einzigartig und voller Zauber war. Beim nächsten Shooting gibt es wieder neue, andere, aufregende Bilder, die mich fesseln. Wenn ich mir ein Urlaubsziel aussuche, dann am liebsten eines, wo ich noch nie war. Nur für einen Kurzurlaub würde ich ein schon bereistes Ziel wählen. Als Fotograf bin ich Jäger, kein Sammler.
2.
Du fotografierst schöne Modelle. Was machst du, wenn ein Mensch nicht schön ist?
Jeder Mensch hat schöne Seiten. Die wollen in Ruhe entdeckt werden. Darum ist es entscheidend, dass sich meine Modelle meinem Instinkt für gute Fotos anvertrauen, sich für einen Moment loslassen. Ist das Vertrauen da, klappt es auch mit außergewöhnlich Bildern, in denen die Schönheit des Selbst erkennbar wird.
3.
Hast du auch mal nen schlechten Tag?
Klar gibt es auch schlechtere Tage. Dann hilft mir meine Erfahrung, das Beste aus der Situation zu machen. Wenn es gar nicht geht, und die Kommunikation mit dem Modell nicht funktioniert, breche ich das Shooting ab und mache einen neuen Termin. Das wirkt oft Wunder, denn die Spannung ist dann raus. Ich selbst gebe jedes Mal alles. Hätten wir es besser gekonnt, dann hätten wir es auch besser gemacht, sage ich mir später.
4.
Gute Portraits brauchen...
ihre Zeit, perfektes Licht, Hingabe, Geduld, Motivation, Gefühl und Gelassenheit
5.
Du fotografierst. Warum filmst du nicht?
Ich mag die einfachen Dinge. Ein Bild funktioniert immer. Ohne Laptop, ohne Strom, immer und an jedem Ort. Ich bringe die Dinge gern auf den Punkt. In einem Film wären das die Schlüsselszenen, die unsere Phantasie anregen und uns den Film in unserem Kopf nacherleben lassen. Gute Fotos lassen uns fühlen, berühren uns in unserem Inneren und gehen uns nahe. Wenn ich eine Hochzeit fotografiert habe, dann könnte ich aus wenigen ausgewählten Bildern ein Storyboard der Gefühle herstellen. Bei jedem größeren Fernsehereignis gibt es die Bilder des Tages, ausgesucht aus unzähligen Einzelbildern der Filmkameras. Ich folge bei einem Event meinem Instinkt und der Sehlust meiner Augen. So komme ich zu meinen Bildern des Tages. Nicht so bewegt, dafür um so bewegender.
Wenn ich ein Portrait von einem älteren Menschen mache, der viel erlebt hat, dann erzählt das Portrait bei genauem Hinsehen sehr viel über das Leben, das er gelebt hat. Wenn eine achtzigjährige Frau für einen Moment den Blick und den Gesichtsausdruck zeigt, den sie mit fünfzehn nach ihrem ersten Kuss hatte, dann fasziniert mich das. Diesen kurzen Moment in einem guten Foto einzufangen ist für mich "großes Kino".
6.
Wie stehst du zu Bildbearbeitung mit Photoshop und Co?
Erwischt! Ich bin ein Photoshop-Junkie und liebe die beinahe unendlichen Möglichkeiten, gute Fotos damit weiter zu verfeinern, die Bildaussage zu verstärken und auch zu verändern. Hätte es diese Möglichkeiten schon gegeben als ich mit 18 vor der Berufswahl stand, wäre ich schon damals Fotograf geworden. So habe ich halt Informatik studiert, ein Sprachdiplom in Englisch, mein halbes Leben lang Computer programmiert und Software-Handbücher übersetzt, bis die Dunkelkammer am PC endlich Realität wurde.